POLITIK
19/12/2018 17:15 CET

Weihnachtskarte aus dem Kanzleramt macht Politiker von AfD und CDU wütend

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► Eigentlich ist es eine harmlose Weihnachtskarte, die die Integrationsbeauftragte des Bundes, Annette Widmann-Mauz, verschickte und bei Twitter postete.

► Darauf zu lesen: “Egal, woran Sie glauben, wir wünschen Ihnen eine besinnliche Zeit und einen guten Start uns neue Jahr.”

► Eine offensichtliche Anspielung auf das Amt der CDU-Politikerin, in dem sie es mit verschiedensten Kulturen und Religion zu tun hat. 

► Die “Bild”-Zeitung brüskierte sich jedoch über die Wortwahl der Integrationsbeauftragten – viele Politikerinnen und Politiker folgen dem Aufschrei über das Fehlen des Wortes “Weihnachten”. 

“Bild”-Chefredakteur Julian Reichelt twitterte: “Ausgerechnet die Integrationsbeauftragte möchte sich nicht mehr zu Weihnachten bekennen.”

So reagieren Politiker von AfD und CDU: Weihnachtskarte aus dem Kanzleramt macht Politiker von AfD und CDU

Das traf natürlich besonders in der AfD einen Nerv. Die Fraktionschefin der Partei, Alice Weidel, schrieb: “In einer Grußkarte der Integrationsbeauftragten Annette Widmann-Mauz aus dem Kanzleramt sucht man vergebens nach dem letzten Rest Christlichkeit, den die Partei immerhin noch im Namen trägt.”

Der AfD-Abgeordnete Gerold Otten wütete: ”‘Egal woran Sie glauben!’ Das sind die peinlichen Weihnachtsgrüße aus dem CDU geführten Kanzleramt. So weit ist die kulturelle Selbstverleugnung in unserem Land schon fortgeschritten.”

Auch in der Union gab es irritierte Reaktionen. 

Die CDU-Abgeordnete Sylvia Pantel sagte laut “Bild”: “Wer als Regierungsmitglied in der Weihnachtszeit eine Grußkarte mit den Worten ‘Egal woran Sie glauben‘ verschickt, muss sich fragen lassen, für welche Werte er steht und welche Bedeutung die Karte haben soll.“

NRWs Ministerpräsident bezeichnete die Karte als “falsch”. Laschet weiter:

“Ich gratuliere den Muslimen zum Ramadan und ich gratuliere den jüdischen Organisationen zum jüdischen Neujahrsfest und sage nicht: Egal woran Sie glauben. Ich sage: Ihr habt Neujahrsfest. Und im Ramadan lade ich ein in die Staatskanzlei und sage denen auch nicht: Egal was ihr glaubt. Sondern: Ich weiß, ihr feiert jetzt Ramadan. Das erkenne ich an. Und deshalb halte ich es für eine pure Selbstverständlichkeit, dass man, wenn Weihnachten ist, nicht Seasons Greetings sendet, sondern ein gesegnetes Weihnachtsfest wünscht.“

Das sagen andere: Weihnachtskarte aus dem Kanzleramt macht Politiker von AfD und CDU

Andere verteidigten die religionsübergreifenden Festtagsgrüße – und kritisierten den herbeigeredeten Skandal. 

Grünen-Politiker Özcan Mutlu bemerkte bei Twitter: “Aus jeder so kleinen und banalen Sache wird immer wieder der Untergang des Abendlands heraufbeschworen. Mensch muss dieses Abendland schwach sein! Ironie aus - habt wirklich keine anderen Probleme bei Springer?”

Die SPD-Politikerin Sawsan Chebi schrieb:

“Was mich an der Weihnachtskarten-Debatte so nervt: es wird von falsch verstandener Toleranz gelabert, von der Verwässerung unserer Kultur, von der Bedrohung unserer Lebensart. Kenne keinen einzigen Muslim, der eine Weihnachtskarte ohne Weihnachten möchte.”