POLITIK
19/12/2018 09:51 CET | Aktualisiert 19/12/2018 15:44 CET

"Vermessen": Guttenberg stellt Söders Eignung als CSU-Chef infrage

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DPA

► Am Montag wurde der bayerische Ministerpräsident Markus Söder vom CSU-Vorstand als Nachfolger von Horst Seehofer bestätigt. 

► Jetzt hat der frühere Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CDU) die Eignung Söders als CSU-Parteivorsitzender infrage gestellt. Der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” sagte Guttenberg:

“Die CSU muss sich vergewissern, wie tragfähig diese Lösung auf Dauer ist und inwieweit sich der neue Parteivorsitzende für diese große Aufgabe
eignet.”

► Über den mittlerweile ehemaligen CSU-Parteichef Seehofer sagte Guttenberg, es sei “vermessen, die Schuld für das schlechte Ergebnis bei der Landtagswahl ausschließlich Horst Seehofer zuzuschieben”.

Das hat zu Guttenberg noch gesagt: "Vermessen": Guttenberg stellt Söders Eignung als CSU-Chef

Weiter sagte Guttenberg über die Eignung Söders der Zeitung:

“An das Format eines Franz Josef Strauß oder Theo Waigels reicht er bislang nicht heran. Das muss er aber, wenn er die CSU nicht zu einer Regionalpartei machen will.”

► Darüber hinaus falle es Guttenberg schwer, Söder “die Wandlung vom geschickten, aber brachialen Machtpolitiker hin zum demütigen Teamspieler abzunehmen”.

Er sehe zwar durchaus, dass Söder sich “neuerdings um einen versöhnlicheren Tonfall” bemühe. “Nur: Ein großer Parteivorsitzender hat auch die Gabe zur Empathie. Das war in den letzten 20 Jahren nicht gerade
das herausragendste Wesensmerkmal von Markus Söder.”

► Auch kritisierte er Söder wegen seiner plumpen Rhetorik beim Thema Migration: “Ein neuer Vorsitzender muss auch die nationale und internationale Dimension des Themas verkörpern.” Vor allem müsse der neue Parteivorsitzende viel mehr in Berlin präsent sein, wo die Entscheidungen getroffen werden.

Das hat zu Guttenberg über seine eigene Zukunft gesagt: "Vermessen": Guttenberg stellt Söders Eignung als CSU-Chef

Guttenberg plant nach eigenen Worte keine Rückkehr in die deutsche Politik. Der “FAZ” sagte er:

“Ich bleibe ein politisch denkendes, kritisches Parteimitglied. Und ich bin weiter bereit, mich an der ein oder anderen Stelle mit meinen dürftigen Erfahrungswerten einzubringen. Aber darüber gibt es von meiner Seite weiter keinerlei Ambitionen.”

Der CSU-Mann war 2011 als Verteidigungsminister zurückgetreten, nachdem ihm wegen einer Plagiatsaffäre der Doktortitel aberkannt worden war.

(jkl)